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von Melanie Kausa
www.emkausa.de mail@emkausa.de
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Was tut der Knut im Schwedenpark?
Der neue „Frank“oder Jedem ihm sein Stern
Vorweihnachtliche Kosmopolitik im Viertel!
"OH" oder "OH"? oder Wo wohnste?
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Was tut der Knut im Schwedenpark?
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Sagt mal, Ihr lieben Frankenberger? Gehört der Schwedenpark eigentlich auch noch zu Euch?
Der gute alte Schwedenpark, eine der letzten und so schützenswerten grünen Oasen inmitten unserer immer liebloser werdenden urbanen Zivilisation? Genau DEN mein’ ich. Hey, wisst Ihr, wie’s da aussieht? Wie bei Hempels unter’m Sofa! Oder wie bei Knut.
Wer Knut ist? Nun, Knut ist der schwedische Herr, der in der Ikea-Werbung immer die Tannenbäume aus dem Fenster schmeißt. Alles klar? Und genauso wie im Schwedenpark könnte es eben auch bei besagtem Knut aussehen. Überall liegen lieblos hinweg geworfene Tannenbäume herum, behangen mit verblasstem Lametta, welchem der ach so spendable Öcher Regen den letzten Hauch feierlicher Couleur aus dem Fransen gespült hat (Frage am Rande: war Euer Weihnachten echt so beschissen?). Dazwischen zahlreiche nicht vermodern wollende Skelette einstiger Regenschirme.
Ob vielleicht unter einem dieser Regenschirme einst der Knut mit der Susanne oder gar die Ulrike mit der Yvonne geknutscht hat? So ganz romantisch? Und als Knut die Susanne mit der Ulrike betrogen hat, da hat die Yvonne wutentbrannt den Regenschirm kaputt gemacht und ihn zu
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den Tannenbaumskeletten geschmissen. Könnt’ sich so zugetragen haben, oder?
Herr Knut scheint mir indes auch ein ganz schöner Schluckspecht zu sein. Ich sag’s mal so: von dem Erlös des Leerguts, welches im Schwedenpark rumsteht und -liegt, könnte man sich ’nen richtig netten Abend im Viertel machen und sogar noch die ein oder andere Runde schmeißen!
Ihr lieben Frankenberger, eigentlich glaube ich ja nicht, dass der Schwedenpark zu Euch gehört. Wisst Ihr, wieso? Ganz einfach: Wer ohne Ende und mit scheinbar wachsender Begeisterung darüber diskutiert, ob es aus ethisch/ästhetisch/tibetisch/moralische n Gründen verantwortbar ist, dass der frisch frisierte Zwergpudel von Frau Dingens im Frankenberger Park uriniert, der hätte Herrn Knut doch schon längst per Viertel-Sheriff aus dem Park befördert, oder?
Nee, was sieht’s da unordentlich aus! Man könnte beinahe meinen, man sei schon im Ostviertel...
© Melanie Kausa, 24.04.03
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Der neue „Frank“ oder Jedem ihm sein Stern
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Bislang galt der Michelin ja als DER Restaurantführer schlechthin.
Und da hab ich mir gedacht, das änder ich jetzt mal!
Und zwar werde ich dieses Jahr den „Frank“ zeugen. Einen Restaurantführer für’s Viertel. Jeder, der da ein Sternchen von mir bekommt, kann zukünftig ne halbe Nase höher durch’s Viertel rennen und voll angeben.
Ich werde vorher selbstverständlich NICHT verraten, wann ich welchen Gastronom mit meinem Test-Besuch beglücken werde. Hat der gute alte Louis de Funès in seinem Film „Brust oder Keule“ ja auch nicht getan, wa!?
Und selbst, wenn ich zu Weinpröbchen, Sauerbraten, Elsässer-Schlachtplatten oder Dschingis-Khan-Platten für vier Personen eingeladen würde: nää, ich lass mich nicht erpressen!
Ich stell mir das in etwa so vor:
Ich komm in so ne Location (nennt man heute so) und setz mich und bestell mir erst mal ein Getränk. Bevor ich mir was zu essen bestelle, geh ich erst mal auf’s Klo und guck, ob man der Küche trauen kann. Dass
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Klo und Küche was gemeinsam haben sollen, find ich zwar irgendwie eklig, ist aber scheinbar so.
Wenn das Klo den Eindruck erweckt, dass die Küche sauber ist (ahbasses!), dann bestell ich mir noch was zu essen.
Die Benotung und das eventuell zu vergebende Sternchen resultieren dann aus Posten wie „Freundlichkeit der Bedienung“, „Schnelligkeit im Service“, „Qualität des Essens“ etc.
Also eigentlich alles wie immer.
Und wenn in diesem Jahr eh alles wie immer ist, dann führt mein neuer „Frank“ zu nem echt langweiligen Ergebnis: Alle bekommen nen Stern, alle laufen zukünftig ne halbe Nase höher durch’s Viertel und alle geben voll an.
Ich glaub, dann kann ich’s auch lassen, oder?
War ja auch nur mal so ne Idee.... Ich komm Euch trotzdem besuchen!
© Melanie Kausa, 08.01.03
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Vorweihnachtliche Kosmopolitik im Viertel!
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Liebe Frankenberger!
In punkto Multi-Kulti oder – wie es heutzutage fürnehm heißt - „Kosmopolitik“ könnt Ihr von uns „Ossis“ ja wohl noch ne Menge lernen, wa!?
Ihr habt zwar et „Effes“, et „Kalymnos“ und nen Itaker, aber das war’s dann auch schon.
Wir im Osten hätten da nämlich z.B. noch et „Chez Mama Rosa“ auf’m A-Weg, genau gegenüber vom Knast, anzubieten. Da treffen sich die Schwatten, die tagsüber in ihren Läden bunte Zöpfchen, Trömmelchen und gefährlich neon-gefärbte Limo verkloppen! Das soll jetzt nicht angeberisch klingen, aber ich hab mir halt mal ein paar Gedanken gemacht und das wird ja wohl erlaubt sein.
Und neulich hörte ich doch, dass Ihr für’s nächste Jahr eventuell nen Weihnachtsmarkt auf’m Neumarkt plant. Find ich ne super Idee! Dann könntet ihr Euch demnächst nämlich auch todschick „kosmopolitisch“ nennen und zudem gleich mehrere gute Zwecke auf einmal erfüllen!
Die ganzen Holländer, Belgier, Franzosen und Engländer, die im Moment die komplette Öcher Innenstadt verstopfen, kämen dann nämlich zu Euch und würden ihr Geld dem Viertel zugute kommen lassen!
Die „Künstler“ des Viertels könnten denen problemlos ihre „Werke“ andrehen. Egal, ob es nun ein Bild oder ne Makramee-Blumenampel oder gar ne
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Salzteig-Skulptur ist – einfach ein bisschen mit Gold besprühen, nen Tannenzapfen dran und auf Weihnachten trimmen, dann kaufen die Holländer, Belgier, Franzosen und Engländer das!
Die in Eurem Viertel ebenfalls nicht zu knapp ansässigen Pädagogen könnten sich ebenfalls nützlich machen und denen total verkehrtes Deutsch lernen, damit wir bei der nächsten Pisa-Studie nicht ganz so beschissen abschneiden!
Zwecks Anreise der Gäste, die von noch weiter her kämen (z.B. aus Afrika oder so), könnte man kurzerhand die Bismarckstraße zur Landebahn erklären.
Den Adalbertsteinweg können wir da leider nicht für nehmen, denn den muss ich ja nachmittags um fünfzehn Uhr dreißig betrunken überqueren, wenn ich mal wieder beim „Weinfreund“ einkaufen war. Oder wenn ich nach einer genüsslichen Glühweinrunde aus der Stadt komme, die endlich wieder zu betreten ist, weil die ganzen Holländer, Belgier, Franzosen und Engländer neuerdings im Frankenberger-Viertel rumhängen.
Tolle Idee, oder? Ich finde, da solltet Ihr mal ernsthaft drüber nachdenken, weil, das tut Ihr ja ohnehin so unheimlich gern und ausgiebig...
In diesem Sinne: Fröhliche Weihnacht und Prösterchen, wa!?
© Melanie Kausa, 15.12.02
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"OH" oder "OH"? oder Wo wohnste?
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Ich wohn’ auf’m Adalbertsteinweg.
Wetten, Sie haben jetzt "OH" gesagt? Oder zumindest gedacht?
Hier konnte ich nämlich schon des öfteren interessante Beobachtungen machen!
Wenn man in Aachen neue Leute kennen lernt, so wird man über kurz oder lang zwangsläufig mit der Frage konfrontiert: "Und? Wo wohnste?"
Entgegnet man nun "im Frankenberger Viertel", so reagiert das fragende Gegenüber zumeist mit einem "OH".
Lautet die Antwort hingegen "im Ostviertel", so folgt eher ein "OH".
Und, lieber Leser, dies ist weder dasselbe noch das Gleiche!
Im Gegenteil! Während sich das "Ich-wohne-im-Frankenberger-Viertel- OH" vor allem durch Bewunderung, Respekt und nicht selten auch Neid auszeichnet, ist das "Ich-wohne-im-Ostviertel-OH" oftmals eine Mischung aus "och härm" und "uuh jööh, die Russenmafia!".
Wenngleich diese für uns Ansässige nicht unerhebliche Differenz für das Hubble-Teleskop eher geringfügigen Charakter haben dürfte, frage ich mich schon seit Jahren, wo denn nun genau die Linie zwischen Frankenberger- und Ostviertel verläuft.
Zum einen verläuft sie sicherlich an der Kreuzung Bismarckstraße/Oppenhoffallee und zum anderen an der Kreuzung Viktoriastraße/Oranienstraße.
"Oder, um es der Einfachheit halber mit dem Rolka-Stadtplan zu sagen: genau auf der Kreuzung F/G 5/6.
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Aber ich will Ihnen mal was verraten: ich fühl’ mich sauwohl in Planquadrat F 5 ! Oder, wie ich es liebevoll zu nennen pflege, in meinem "Klein Istanbul". Und die Russenmafia, dies sei zur Beruhigung erwähnt, ist ohnehin eher im Driescher Hof ansässig.
Zwar ist die Kneipendichte im Ostviertel für Menschen weiblichen Geschlechts eher weniger geeignet und im "Pittermännchen" gefallen mir weder die Musik noch die davor parkenden grün-weißen Autos, aber mein Türke vom "Sipan-Grill" liest mir den Wunsch nach einem leckeren Gemüseauflauf immer schon von den Augen ab.
Zu "Fische Ritter" ist es nur ein Katzensprung und beim "Weinfreund" wurde ich schon des öfteren zu mir eher unangenehmen Tageszeiten zu einer Weinprobe animiert, was zur Folge hatte, dass ich nachmittags um fünfzehn Uhr dreißig betrunken den A-Weg überqueren musste.
In der stets nach Pipi stinkenden "Monte-Carlo-Spielhölle" wechselt man mir ohne Murren mein Zigarettengeld und ’nen geschichtsträchtigen Park mit üppigst gedeihender Flora, auch "Ostfriedhof" genannt, haben wir auch!
An die Marihuana-Farm nebenan und die kleinen Schießereien hier und da hab ich mich ohnehin längst gewöhnt...
OH!!
© Melanie Kausa, 04.12.02
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