So fing es an Begründung Mullefl. v. 2.5.01 Mullefl. v. 20.8.01

Bericht der AZ v. 26.10.01

Bericht der AZ v. 27.10.01

Laudatio

Der Mullefluppetpreis 2001 für das “Frankenberger Viertel”
Am 25. Oktober 2001 wurde der Preis der AACHENER ZEITUNG bei einer fröhlichen Festveranstaltung in der “Kappertzhölle” an unser Viertel vergeben.
Bilder gibt es im Fotoalbum

Bericht aus der AACHENER ZEITUNG v. 26.10.01

Wo Aufstand Programm ist und der Imperator resigniert

Aachen. Die «Kappertz-Hölle» des Saalbaus Rothe Erde brodelte am Donnerstagabend. Mit Slapstick, Tanz und Kabarett, Öcher Lebensart, Asterix-Parodien und spitzzüngigen Reden bot das Mullefluppet-Fest der AZ ein breites Programm-Spektrum, das wie gewohnt von viel Spontaneität und Improvisation lebte.

Der 17. Mullefluppet-Preis ging nach der Alt-Aachener Bühne (1994) zum zweiten Mal an eine Gruppe - erstmals aber an ein ganzes Stadtviertel: das Frankenberger Viertel. Ausgezeichnet wurden die Tugenden des AZ-Mullefluppet: Humor, Hilfsbereitschaft, Schlitzohrigkeit und Liebe zu Aachen.

Das Frankenberger Viertel, das wehrhafte «Gallien» des «römischen Reiches Aachen»? Das Eigenleben rund um die Frankenburg mit seinen vielen Initiativen und der einstigen Blockade des Anwohnerparkens sprechen dafür . . .

So begann am Donnerstagabend das Mullefluppet-Fest mit dem von Fanfaren begleiteten Einzug von «Cäsar» Jürgen Linden und mit den Zaubertrank-gestärkten Asterix & Co. - bestehend aus dem (erweiterten) Mullefluppet-Kuratorium: «Gutemine» Gitta Haller, «Asterix» Albert Henrotte, «Obelix» Karl Schultheis (Frankenbergs SPD-Ratsherr), «Troubadix» Hanns Bittmann, «Verleihnix» Christian Mourad und «Miraculix» Manfred Kutsch.

Ein wahrlich schwerer Stand für den «Imperator» aus dem Rathaus. «Der Frankenberger hat einen ausgeprägten Willen. Da wird der Begriff Bürgerwille zu einer gallischen Steinschleuder der Neuzeit», befand Kuratoriumssprecher Kutsch in der Laudatio. Das Aufständische sei dem Preisträger in die Wiege gelegt: «Schließlich begann 1873 eine Aktiengesellschaft den Bau des Viertels ohne Genehmigung des Burtscheider Gemeinderates.»

Im Grunde aber sei der Frankenberger friedlich und kuschele sich gern in seiner heilen Welt ein. Kutsch: «Treff und Talks in den vielen Eckkneipen oder kleinen Läden mit dampfendem Kaffee, Infokästen mit Suche nach Wohnung, Saxophon oder Liebe, Fahndungszettel an den Bäumen nach entschwundenen Katzen, Herbstlaub im Park, Inline-Skating auf dem Kirchplatz, ein herber Tropfen Nierensteiner Rüpelstritt unter freiem Himmel - das ist die Welt von Frankonium.»

Die acht Preisträger bedankten sich stellvertretend für ihr Viertel mit einem eigens vom Frankenberger Musiker Bernd Weiß komponierten Ohrwurm. Ein mitreißender Song, der sicher nicht zum letzten Mal präsentiert wurde.

Musikalisch begleitet vom Leo-Lamm-Trio, ging es im bunt gemischten Programm Schlag auf Schlag. Die Tanzwerkstatt Carla Brettschneider wartete mit einer phantasievollen Choreographie des Straßenlebens im Viertel auf, Gitta Haller brachte das Publikum in ihrer unnachahmlichen Art in Wallung. Das Das Da Theater - auf der Burg Frankenberg mit seinem Shakespeare-Kultursommer beheimatet - präsentierte wunderschöne Auszüge aus seiner aktuellen Inszenierung «Schall und Rauch».

Rudi Zins und Manni Hammers, die beiden Moderatoren der alternativen «Strunx-Sitzung», hatten eigens für diesen Abend einen Dialog einstudiert. Gitta Haller und Albert Henrotte spielten die traditionellen Tratsch-Nachbarn Frau Noffzang und Herr Denge, Henrotte gab zudem seinen Einmann-Sketch «Der Franzues» zum Besten, bevor das «Grande Finale» den Schlusspunkt setzte.

Stellvertretend für das Frankanberger Viertel erhielten folgende acht Personen den Mullefluppet-Preis der Aachener Zeitung 2001:

Gerd Dupont, städtischer Bürgerbeauftragter, der viele Eigeninitiativen der Bürger im Viertel umsetzte.

Wernfried Dussin, Erfinder und Master der Website www.frankenberger-viertel.de - so ist Frankenberg das wohl einzige Stadtviertel mit eigenem Online-Angebot.

Uschi und Hans-Dieter Jurewicz, Einzelhändler am Neumarkt, scherzhaft auch «Deutschlands einziges Bürgermeisterpaar eines Platzes» genannt.

Geli Kampmeier, temperamentvolle und gewitzte Wirtin der Frankenberger Traditionsgaststätte «Zum Insulaner», Tochter des einstigen Kult-Wirtes Franz Weniger.

Adam C. Oellers, Familienvater, passionierter Radfahrer, Museumskustos der Burg Frankenberg, der dort mit dem Das Da Theater den Shakespeare-Kultursommer open air einrichtete.

Marlene Priemer, Mitglied des Kirchenvorstandes, stellvertretend für die ungezählten Impulse des Gemeindelebens von Herz Jesu ausgezeichnet.

Erlend Remie, Initiator der «Frankenberger Boulefreunde», die ihre Bahn auf dem Neumarkt eigenhändig bauten.

Troubadix
Bernd Weis, Hymnenkomponist und Vollblutmusiker (s. auch
Kunst/Kultur)

 

 

 

 

 

Bericht aus der AACHENER ZEITUNG v. 27.10.01

 

 

Wo die pure Lust am Leben herrscht:
Mullefluppet-Preis fürs Frankenberger Viertel mit Musik, Kabarett und feinster Mundart

Aachen. Der heimliche Star saß in der hinteren Reihe. Ganz bescheiden, korrekt in Sakko mit Krawatte gekleidet. Er ist einer der ältesten, wenn nicht sogar der älteste Bürger aus dem Frankenberger Viertel und insoweit so etwas wie eine Symbolgestalt des Stadtviertels.

Und Anton Breiden genoss das Programm der Mullefluppet-Preisverleihung bei Kappertz offensichtlich. Schließlich durfte er sich direkt mit geehrt fühlen durch die dreistündige Mischung aus Tanz, Gesang, Kabarett und jeder Menge feinster Mundart.

Und Anton Breiden erhob sich bescheiden, als er vom Moderator der Preisverleihung, AZ-Redakteur Manfred Kutsch, als besonderer Ehrengast im Saalbau Kappertz begrüßt wurde. Tosender Applaus für den Senior unter den 400 Gästen.

Er wohnt im «pars quarta monte franconium», wie das Frankenberger Viertel stilecht in der Bühneninszenierung frei nach Asterix und Obelix bezeichnet wurde - und das mit Leib und Seele. Nicht zuletzt, weil man sich dort noch kennt und hilft. Ein Verhalten, für das Gerd Dupont, Wernfried Dussin, Uschi und Hans-Dieter Jurewicz, Geli Kampmeier, Adam C. Oellers, Marlene Priemer und Erlend Remie stellvertretend stehen.

Und selbstverständlich hatte sich diese Gruppe etwas einfallen lassen, um sich für die Auszeichnung zu bedanken. Quintessenz eines inszenierten Thekenplausches: Es gibt in Aachen nichts, was es nicht vorher schon im Frankenberger Viertel gab. Und alle sind sich sicher: «Unser Viertel ist eines der lebendigsten, schönsten und aktivsten in der ganzen Stadt.»

Gerade dieser außergewöhnliche Charakter des Viertels zog sich als Leitfaden durchs dreistündige Programm. Ganz besonders bei Manni Hammers und Rudi Zins, die eigens für den Abend ein neues Lied komponiert hatten. Im diffizilen Wortspiel aus «Boulen», «Gruppenboulen» oder sogar «Nebenboullen» schafften es die Strunx-Moderatoren, den Fokus auf die Neumarkt-Boulebahn, die heimliche Zentrale des Viertels, zu lenken.

Eine Gegend mit einer ganz besonderen «Stratosphäre», wie «Herr Denge» alias Albert Henrotte, im Gespräch mit «Frau Noffzang» (Gitta Haller) unterstrich. Die beiden Mitglieder des Mullefluppet-Kuratoriums sind in dieser Rolle so etwas wie Kultfiguren der Aufführung geworden.

Nur auf einen Kultsketch mussten die Mullefluppet-Fans verzichten: «De Keäz» von Hans Alt. An das Gründungsmitglied des Kuratoriums, das zurzeit im Krankenhaus liegt, ging ein ganz besonderer Gruß.

Sein Nachfolger Christian Mourad ist als AKV-Geschäftsführer aus dem idealen Holz geschnitzt, um auch künftig dem Mullefluppet-Preis neue Ideen zu vermitteln.

Das «Das Da Theater», das seit zehn Jahren auf der Burg Frankenberg mit Shakespeare-Inszenierungen tausende Gäste ins Viertel lockt, und die Tanzwerkstatt Carla Brettschneider setzten - unterstützt vom Leo-Lamm-Trio - die musikalisch-tänzerischen Akzente eines Abends, der getrost unter dem Motto eines Liedes der diesjährigen Preisträger zusammengefasst werden kann: «Die pure Lust am Leben.»

Hans-Peter Leisten (Text) und Michael Jaspers (Fotos)

 

 

 

Kappertzhölle 25. Oktober 2001

Laudatio von Manfred Kutsch

Meine Damen und Herren, der Frankenberger in sich, im allgemeinen, vor allem aber im besonderen ist ja kein unkompliziertes Wesen. Man stelle sich einmal folgende genetische Mixtur vor: ein bisschen Asterix und Obelix, ein bisschen Harald Juhnke und Kofi Anan, geklont mit Zellen von Naddel und Mutter Teresa. Sprich: Der Frankenberger ist unbeugsam, kämpferisch, künstlerisch ­ aber versoffen ­ , friedlich und staatstragend, sexy und hilfsbereit.

Der Frankenberger in sich, im allgemeinen, vor allem aber im besonderen verfügt über ein gesundes Selbstbewusstsein. In Anbindung an die Teig-Imperien Kickartz und Moss neigt er selten dazu, kleine Brötchen zu backen. Einerseits ist er verwurzelt im Erdreich der einstigen Ritterburg, eingeigelt zwischen Jugendstil, Klassizismus und Barock, gestrandet im Insulaner und eingebunkert im Rockbunker. Andererseits hält er sein Stadtviertel ­ wenn der Frankenberger überhaupt Vergleiche zulässt ­ für eine Symbiose von Schwabing, Lindenstraße und Disneyland.

Fest steht: Der Frankenberger ist weltoffen und globalisiert. Deutschlands wohl einziges Stadtviertel mit einer eigenen Website wurde bislang aus rund 25 Ländern angeklickt, darunter 1985 mal aus Griechenland, 186 mal aus Kanada, 147 mal aus Costa Rica. Ganz offensichtlich zapft sich die Welt in diesen politisch schweren Tagen unter www. frankenberger-viertel.de etwas Lebenslust und Lebenshilfe ab. Sollte also der Costa Ricaner in absehbarer Zeit einmal mit dem Fahrrad durch die Bismarckstraße fahren, dann hat er längst online erfahren, dass vor dem Haus 106 ein böser Straßenschaden droht, eine etwa 40 cm lange Rille. Natürlich beteiligt er sich auch an der weltweiten Fahndung nach dem Dieb von Pippi Langstrumpf, die vor dem Kindergarten Kind und Kegel geraubt wurde. Der Costa Ricaner erfährt, dass Dreharbeiten für die RTL-Serie “3 wilde Engel³ das Viertel lahmlegten, dass der CDU-Bezirksvertreter Josef Dortschy persönlich in der Oppenhoffallee Blumen pflanzte und der SPD-Bezirksvertreter Karl Visé ein Buch über Bauernregeln verfasst hat.

Meine Damen und Herren, der Frankenberger in sich, im allgemeinen, vor allem aber im besonderen hat einen ausgeprägten Willen. Da wird der Begriff Bürgerwille zu einer gallischen Steinschleuder der Neuzeit. Das Schöne ist: Die Damen und Herren Politiker, ob der rote Karl Schultheis oder der schwarze Marcel Philipp gehen nicht in Deckung, sie schleudern mit.

Was dabei herauskam? Der Shakespeare-Kultursommer auf der Burg mit dem Das Da Theater, auf dem Neumarkt ein regelmäßiger Wochenmarkt, eine selbst ausgebuddelte Boulebahn, Freiluft-Gastronomie, eine Open-Air-Karnevalssitzung, ein Martinsfeuer, ein Klo für die Spielplatzbesucher, ein Rockkonzert im Park, eine eigene Wohnungsbörse und, und, und.

Das globalisierte gallische Dorf Aachens. Noch ist dort niemand auf die Idee gekommen, Wildschweine im Grün der Frankenburg auszusetzen, zu jagen und beim anschließenden Festmahl den Frankenberger Vegla-Manager und AKV-Präsidenten Dirk von Pezold als geknebelten Troubadix an den nächsten Baum zu fesseln.

Der Bürgerwille Marke Frankenberg. Boykott des Anwohnerparkens, Ausbaldowern von Einbahnstraßen rund um den Neumarkt zur wundersamen Parkplatzvermehrung, Krach um die ehemalige Synagoge, halsbrecherisches Balancieren von Insulaner-Bockwürsten über die Bismarckstraße zum Picknick, die Protest-Korrektur der Radwege oder ehdem das Verhindern des Fällens von Bäumen im Frankenberger Park: Das Aufständige wurde dem Frankenberger in die Wiege gelegt.

Die Aktiengesellschaft, die ab 1873 mit 1,2 Millionen Goldmark das Viertel baute, tat dies ohne Genehmigung des Gemeinderates Burtscheid. Ein Vorgang, der in der Beziehung der beiden Stadtteile historisch nie verarbeitet wurde. Da ist der Frankenberger eigen. Globalisierung hin, Weltoffenheit her. Gott sei Dank gibt es ja den Bahndamm, der die Berliner Mauer überlebt hat.

Doch immerhin: Herz Jesu mit seiner Choranlage nach dem Vorbild der Markuskirche von Venedig lässt zusammenfließen, was zusammengehört. Durch den Gemeindezusammenschluss mit St. Michael flirten zumindest die katholischen Frankenberger und Burtscheider miteinander. Und das ist gut so: Ungezählte Initiativen profitieren davon ­ aber der Zölibat blieb erhalten.

Meine Damen und Herren, gallische Streitlust hin, verspielte und gespielte Hybris her. Im Grunde ist der Frankenberger in sich, im allgemeinen, vor allem aber im besonderen ein friedliches, freundliches Wesen, das sich gern in einer heilen Welt einkuschelt. Treffs und Talks in den vielen Eckkneipen oder den kleinen Läden mit dampfendem Kaffee, Infokästen mit Suche nach Wohnung, Saxophon oder Liebe, Fahndungszettel an den Bäumen nach entschwundenen Katzen. Herbstlaub im Park, Inline-Skating auf dem Kirchplatz, ein herber Tropfen Nierensteiner Rüpelstritt unter freiem Himmel. Das ist die Welt von Frankonium.

Der kranke Nachbar, der von Dimitri die Fritten ans Bett bekommt. Die Oma, die irgendwo nahe dem internationalen Pfeifenguru Jurewicz ihr AOK-Gebiss verlor und im Rahmen einer nachbarlichen Rasterfahndung fand. Die Künstler von Wall- Street-Theatre über Grautvornix bis Globo, von Malern bis hin zu Journalisten und anderen Problem- Existenzen, das sind Gesichter des Viertels, in dem man sich in Ruhe lässt und gleichermaßen aufeinander zugeht.

Der Anwalt, Architekt oder Arbeiter, der Flippige oder Bourgoise, der Schwarze, Rote oder Grüne, der Arbeitslose oder Handwerkspräsident Dieter Philipp, der Junge und Alte, der Schäle oder Schöne, der Italiener, Iraner oder Steppenberger. Immer wieder sieht man die ehrenwerte Gesellschaft der Frankenberger Multi-Kultis beim frankophilen Leben des Boulespiels. Dort heißen sie dann nur noch Olli, Luigi, Wernie oder Wolli. Es ist der gleichermaßen respektvolle wie verspielte Umgang miteinander, der die Menschen so naherücken lässt, und manchmal erscheint mir das ganze Viertel wie eine einzige Boulebahn.

Meine Damen und Herren, stellvertretend für das Viertel hat das Mullefluppet-Kuratorium beschlossen, acht Frankenberger in sich, im allgemeinen, vor allem aber im besonderen auszuzeichnen. Für eben jene Tugenden, für die der AZ-Mullefluppet steht: Humor, Schlitzohrigkeit, Hilfsbereitschaft und Liebe zu Aachen, zu welchem Stadtteil auch immer.

Marlene Priemer, im Viertel geboren, seit 13 Jahren Mitglied im Kirchenvorstand von Herz Jesu, einer der Motoren des Gemeindelebens zwischen Kinderkarneval, Seniorenreisen, Sternsingeraktionen und Engagement für ein Taubstummenheim auf Haiti.

Adam C. Oellers, einstmals bärtiger, immer noch verwegener Frankenberger Burgherr, berühmt-berüchtigter Pedalritter, Museumskustos der Burg Frankenberg. Sein Open-Air-Shakespeare-Kultursommer mit dem Das Da Theater ist ein zum Teil resozialisierender Beitrag zur Integration von Frankenberg in den Rest der Stadt.

Gerd Dupont, der Bürgerbauftragte der Stadt Aachen, Ex-Frankenberger, heute lebt er im Exil am Veltmanplatz. Als Drahtseilartist zwischen Bürgerwille Marke Frankenberg und städtischer Ordnung schlägt sein Herz gallisch-römisch, deshalb infarktverdächtig. Wenn der Öcher in sich, im allgemeinen, vor allem aber im besonderen oft sagt “mach isch³ und es dann sein lässt, heißt die nächste Instanz Gerd Dupont.

Kfz-Mechaniker, Motorrad-Freak und Familienvater Erlend Remie, der Mister Boule von Frankenberg, einer der Initiatoren der Bahn am Neumarkt. Wenn der Beckenbauer des Boulespiels knochenknirschend in die Knie geht und mit unbewegtem Django-Blick sekundenlang zielt. Wenn er den Arm schließlich balletös schwingt und die 300 gramm schwere Kugel elipsenförmig wirft, dann raunen die Frauen, stöhnen die Männer und grunzt das Schweinchen.

Wernfried Dussin, derzeit auftragsuchender Diplom-Designer und Nahtstelle zwischen Frankenberg und dem Rest der Welt: Der introvertierte, friedenspreisverdächtige Webmaster schuf mit www.frankenberger-viertel.de die elektronische Brücke zwischen Bismarckstraße und Wall Street. Ein Mann des Ausgleichs mit augenzwinkerndem Diplomatenstatus.

Sie pflegt die Beziehungen zu den Frankenberger Partnerstädten Warstein und Bitburg: Insulaner-Wirtin Geli Kampmeier, Tochter des legendären Franz Weniger, eine mundwerkstarke, hüftgymnastische Frau wie ein Vulkanausbruch. Im Moment, meine Damen und Herren, sehen wir sie halb nackt. Sie hat kein Handy am Ohr.

Kommen wir zum protokollarischen Höhepunkt, zum einzigen Bürgermeister eines Platzes in der deutschen Republik: Hans-Dieter Jurewicz nebst seiner Uschi, der First Lady des Neumarktes. Er, der Chef aller Pfeifen, Initiator der Open-Air-Karnevalssitzung, der IG Neumarkt, der Mann, der das Spielplatz-Klo auf eigene Kappe sanierte, der Propeller zwischen Viertels-Grillen, Vernissagen und Fachliteratur zum Anwohnerparken. Sie, die Ehefrau, die das alles aktiv mitträgt ­ und dabei ihn erträgt. Beide zusammen die Nachrichtenbörse des Frankenberger Viertels schlechthin.

Meine Damen und Herren, jetzt wissen Sie, warum das Frankenberger Viertel den Mullefluppet-Preis 2001 erhält. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und gratuliere den Frankenbergern herzlich. Vielen Dank!

 

 

 

 

 

 

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