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Architektur und Stadtplanung der Gründerzeit
von Thomas Perian und Monika Krücken

Entstehung

 

Das Frankenbergerviertel ist um 1873 als geschlossene Wohnanlage im Zuge der Stadterweiterung in der Gründerzeit im Südosten Aachens von der Aktiengesellschaft Frankenberg geplant worden. Es sollte zusammen mit der Burg Frankenberg einen ländlichen Charakter aufweisen und war für Bewohner der oberen Einkommensschichten konzipiert.
 

Erschließung

 

Die Haupterschließung der Anlage wird durch die 30 m breiten Achsen Oppenhoffallee und Vikroriaallee gewährleistet. Die übrigen Straßen kreuzen rechtwinklig die beiden Alleen, so daß sich bis auf die Straßen an der Burg Frankenberg ein geometrisches Erschließungskonzept bildet.
 

Elemente und Strukturen

 

Die Blockbebauung ist großzügig gestaltet mit Blockbreiten bis zu 110 Metern und flexiblen Parzellenbreiten. Die Blockinnenbereiche haben oft eine gewerbliche Nutzung, besonders von der Aachener Tuchindustrie, erfahren. Der Park der Burg Frankenberg wird als Grünfläche genutzt.
 

Fassadenhistorismus

 

Die Fassaden im Frankenbergerviertel sind unabhängig von der dahinter liegenden Architektur gestaltet und fungieren als repräsentatives Element. Sie beziehen sich auf Typologien vergangener Epochen wie z.B. dem  Klassizismus, Renaissance und Barock, Gotik und Romanik. Einzelne Stilelemente aus verschiedenen Epochen werden auch an einem Gebäude verwendet (Eklektizismus). Anfang des 20.Jh. folgen Fassaden unter Jugendstileinfluß und Fassaden auf dem Weg zu einer neuen Sachlichkeit.
 

Heutiger Zustand

 

Das gesamte Frankenbergerviertel ist gut erhalten. An einigen Stellen mußte die Gebäudesubstanz wegen Kriegszerstörungen ausgewechselt und ergänzt werden. Die Bewohnerstruktur hat sich seit den 80-er Jahren wieder an den oberen Einkommensschichten orientiert, wobei sehr viele Wohnungen auch von studentischen Wohngemeinschaften genutzt werden.

Haus in der Bismarkstraße

 

Stadtplan - Ausschnitt, 1910.

 

Blick vom Frankenberger Park auf die Bismarkstraße

 

Neumarkt

 

Architektur